Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der elektronischen Gesundheitskarte

In absehbarer Zeit wird die elektronische Gesundheitskarte die bisherige Krankenversichertenkarte ablösen. Äußerlich unterscheiden sich die beiden Karten besonders durch zwei Komponenten. Auf der Vorderseite findet sich zur genaueren Personifizierung das Lichtbild des Inhabers. Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) kann sich von Anfang an als Sichtausweis auf der Rückseite der elektronischen Gesundheitskarte befinden. Sie ersetzt den bisher bei Krankheitsfällen im Ausland üblichen "Auslandskrankenschein" und ermöglicht den Versicherten somit eine unbürokratische medizinische Behandlung im europäischen Ausland. Doch die Unterschiede liegen natürlich nicht nur im äußeren Erscheinungsbild der beiden Karten. Die elektronische Gesundheitskarte ist im Gegensatz zur herkömmlichen Karte keine Speicherkarte, sondern eine Prozessorkarte, das heißt sie besitzt, wie ein herkömmlicher Computer, einen Mikroprozessor.



Datensicherheit und "Zwei-Schlüssel-Prinzip"
Neben diesen Änderungen wurde insbesondere der Funktionsumfang der Karte erweitert. Persönliche Gesundheitskarten können von den Versicherten selbst verwaltet werden und auf Wunsch den einzelnen Leistungserbringern zur Verfügung gestellt werden. Dabei steht der Schutz der persönlichen Daten im Vordergrund, denn die Versicherten entscheiden selbst, ob und wie weit sie von den neuen Möglichkeiten zur Archivierung und besseren Verfügbarkeit der persönlichen medizinischen Daten Gebrauch machen wollen. Das heißt natürlich auch, dass der Patient das Recht hat, bereits gespeicherte Daten wieder zu löschen. Der Karteninhaber entscheidet wer die, auf der Karte archivierten, Daten einsehen darf. So können Daten für den Hausarzt zwar einsehbar sein, für den Orthopäden aber gesperrt bleiben. Bestimmte Datensätze muss der Versicherte mit einer Geheimzahleingabe (PIN) freigeben. So können Gesundheitsdaten geschützt und vor der Einsichtnahme verborgen werden. Mit der Übergabe der elektronischen Gesundheitskarte und der PIN-Eingabe willigt der Patient in die Einsicht eines bestimmten Teils der, auf der Karte gespeicherten, Daten ein. Damit sperrt bereits ein Schlüssel des so genannten "Zwei-Schlüssel-Prinzips" einer weiteren Sicherheitsstufe zum Schutz der persönlichen Daten. Denn wer auf die Daten zugreifen darf, ist gesetzlich geregelt.


Copyright: Bundesärztekammer

Zugriff haben beispielsweise Ärzte, Zahnärzte oder Apotheker. Sie verfügen mit dem elektronischen Heilberufsausweis über den zweiten Schlüssel, der benötigt wird um Zugriff auf die freiwillig eingereichten Daten der elektronischen Gesundheitskarte zu erhalten.

Die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten werden den Versicherten stufenweise zur Verfügung stehen. Zur Grundausstattung gehören administrative Daten wie Patientenname, Geburtsdatum, Krankenkasse und Versicherungsstatus. Diese Daten müssen von allen Versicherten verpflichtend eingereicht werden. Wie bisher werden die Daten für Abrechnungszwecke mit einem Lesegerät ausgelesen werden können. Neu ist, dass die Versichertendaten nicht nur auf der Karte gespeichert sind, sondern auch in einem Online-Verfahren beim Arztbesuch abgeglichen werden können. Neben den administrativen Daten ist das elektronische Rezept der zweite verpflichtende Teil der elektronischen Gesundheitskarte. Künftig speichert die Ärztin oder der Arzt die verordneten Arzneimittel als elektronisches Rezept (eRezept) auf der elektronischen Gesundheitskarte. Die Unterzeichnung des Rezepts erfolgt, medienbruchfrei, ebenfalls elektronisch durch den Heilberufsausweis (HBA). In der Apotheke oder Versandapotheke wird die Karte mittels eines Lesegerätes eingelesen, die Unterschrift auf Gültigkeit überprüft und das elektronische Rezept, nach Ausgabe der Medikamente, gelöscht. Die bislang jährlich 700 Millionen ausgestellten Papierrezepte gehören mit dem eRezept damit der Vergangenheit an.

Neben den administrativen Funktionen ermöglicht die elektronische Gesundheitskarte auf freiwilliger Basis die Speicherung von persönlichen Gesundheitsdaten wie Arzneimitteldokumentation, Notfalldaten und Informationen der so genannten elektronischen Patientenakte.

 


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