Datenspeicherung auf der elektronischen Gesundheitskarte

A) Arzneimitteldokumentation
Mit Einstimmung des Patienten können zukünftig alle bereits verordneten Arzneimittel durch den behandelnden Arzt oder den Apotheker auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Doppelverordnungen und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können so verhindert werden. Eine erhebliche Verbesserung der Behandlungsqualität, denn im schlimmsten Fall können verordnete Arzneimittelkombinationen die Gesundheit der Patienten gefährden und sogar zum Tod führen. Nach Freigabe der Speicherung und Einlesen der Daten durch den Patienten bietet die Arzneimitteldokumentation der elektronischen Gesundheitskarte besseren Schutz vor so genannten unerwünschten Arzneimittelereignissen. Der behandelnde Arzt kann das empfohlene Arzneimittel mittels der Dokumentation mit den bisher eingenommenen Präparaten abgleichen. Hierbei kann auch ein elektronisches Verordnungsunterstützungssystem genutzt werden, mit dessen Hilfe Hinweise auf bekannte Wechselwirkungen und andere Formen von Unverträglichkeiten gegeben werden können. Zur Sicherung der Patientendaten erfolgt der Zugriff auf die Arzneimitteldokumentation nach dem Zwei-Schlüssel-Prinzip. Auch beim Kauf rezeptfreier Arzneimittel kann die Arzneimitteldokumentation für den Apotheker / die Apothekerin wertvolle Informationen bezüglich möglicher Medikationsrisiken liefern.



B) Notfalldaten
Im Notfall, sei es nach einem Verkehrs-, Sport- oder Arbeitsunfall, bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen, kommt es darauf an, dass der Arzt binnen kürzester Zeit die richtige Diagnose stellt und umgehend die geeignete medizinische Therapie einleitet. Zumeist eine besondere Herausforderung, denn als Notarzt kennt er den Patienten nicht. Mit Hilfe der, auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeicherten, Notfalldaten erhält der Notarzt und das zugriffsberechtigte medizinische Personal im Krankenhaus oder beim Rettungsdienst rasch einen Überblick über wichtige medizinische Daten wie zum Beispiel Grunderkrankungen oder Allergien des Patienten. Informationen, die im Notfall oft Leben retten können. Über Angaben zu bisherigen operativen Eingriffen, Schutzimpfungen oder Arzneimittelunverträglichkeiten können auch wichtige Kontaktdaten zu Personen, die im Notfall verständigt werden sollten, der Hinweis auf eine Patientenverfügung oder eine Erklärung zur Organspende auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Auch hier gilt: welche Gesundheitsdaten im Einzelnen auf der Gesundheitskarte gespeichert werden, ist die individuelle Entscheidung der Versicherten. Alle gespeicherten Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte können jederzeit eingesehen, ausgedruckt und natürlich auch gelöscht werden. Wie die, im Rahmen der Arzneimitteldokumentation gespeicherten, Daten, können auch die Informationen für den Notfall nur von, durch den Heilberufsausweis autorisierten, Personen eingelesen werden. Eine zusätzliche PIN-Eingabe durch den Patienten ist an dieser Stelle, da häufig nicht unmittelbar möglich, jedoch nicht erforderlich.

C) Die elektronische Patientenakte
Als letzte Ausbaustufe der freiwilligen Anwendungsmöglichkeiten der elektronischen Gesundheitskarte wird die elektronische Patientenakte eingeführt werden. Sie kann unter anderem die individuelle Krankengeschichte, wichtige Laborbefunde, Operationsberichte sowie Röntgenbilder und digitale Daten anderer Untersuchungen enthalten. Die elektronische Patientenakte trägt entscheidend zur Verbesserung der Kommunikation der Behandelnden untereinander bei. Die Daten können Ärztinnen und Ärzten in Kliniken und ambulanten Praxen gegenseitig zugänglich gemacht werden. Ambulante und stationäre Behandlungsabläufe werden hierdurch besser verzahnt. Mühsames und zeitaufwendiges Suchen von medizinischen Vorbefunden entfällt. Teure und für den Patienten belastende Mehrfachuntersuchungen können so vermieden werden. Damit kommt der elektronischen Patientenakte innerhalb der Integrierten Versorgung eine Schlüsselrolle zu. In Zukunft wird es erheblich vereinfacht vernetzte Versorgung und die Kooperation von Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen sowie Fach- und Hausärzten flächendeckend umzusetzen. Auch auf die Daten der elektronischen Patientenakte kann nur nach Zustimmung und Eingabe der persönlichen PIN durch den Patienten auf der einen und dem Einlesen des Heilberufsausweises des behandelnden Arztes auf der anderen Seite zugegriffen werden.


Copyright: Bundesministerium für Gesundheit

 


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